Futterstelle einrichten

Der Igel ist ein Insektenfresser. Früher konnten er sich von Käfern, Larven, Puppen, Insekten und anderem Kleingetier ernähren. Auf Grund von Spritzmitteln zum Beispiel Glyphosat, die in der Landwirtschaft, als auch in Gärten verwendete Gifte, haben unsere Igel immer mehr Not artgerechte Nahrung zu finden. So fressen sie in ihrer Not Schnecken. Diese sind aber leider die größten Parasitenüberträger für ihn, woran er im schlimmsten Fall sterben kann.

Der Igel erwacht aus seinem Winterschlaf etwa Ende März/Anfang April. Dann hat er mindestens 1/3 seines ursprünglichen Gewichts, das er vor dem Winterschlaf hatte, verloren. Je nach Witterung und Lebensraum, fällt es ihm schwer genügend Nahrung zu finden.

Auch im Herbst, ab Anfang September, beginnen sie sich ihren Speck für den Winterschlaf anzufressen, um ihn überstehen zu können.

Die ausgewachsenen Männchen gehen spätestens Ende Oktober als erste in den Winterschlaf. Bis dahin muss er seinen Winterspeck angefressen haben. Danach gehen die Weibchen, die dann ihren Nachwuchs entlassen haben und ebenfalls schnellstens wieder zu Kraft und Gewicht kommen müssen. Zuletzt geht der Nachwuchs, der auf ein Gewicht von 700g bis Ende November kommen muss.

Um ihnen allen einen gesicherten Winterschlaf und im Frühjahr ein möglichst schnelles, wieder „zu ihren Kräften“ kommen, zu ermöglichen, ist es hilfreich eine Futterstelle einzurichten.

Der Igel hat einen sehr ausgeprägten Geruchssinn, der bis in den Ultraschall-Bereich hineingeht. Er riecht bis zu einem Kilometer weit Nahrung.

 

Für eine Futterstelle ist folgendes nötig:

  • Katzen- oder Welpenfutter aus der Dose. Es sollte Pastetenfutter sein, also ohne Soße. Diese Sorten haben den höchsten Rohproteingehalt, der für den Igel sehr wichtig ist. Diesen mit einem Eßlöffel Olivenöl oder Maiskeimöl gematscht, unterstützt zusätzlich seine Gewichtszunahme.
  • Vitakraft Igel-Trockenfutter ebenfalls mit einem Eßlöffel Olivenöl oder Maiskeimöl gemischt. Am besten ist es, wenn man es in einer Kaffeemühle vorher mahlt, oder es in etwas Wasser aufquellen läßt. Denn die Igel-Baby´s schaffen es noch nicht das harte Futter zu kauen. Warum Vitakraft? Das Futter der Fa. Vitakraft wurde zusammen mit der tierärztlichen Hochschule Hannover entwickelt und deckt den Bedarf eines Igels sehr gut ab.
  • Sie können das Nassfutter auch mit dem gemahlenen oder aufgequollenen Trockenfutter in einer Schale durchgematscht, zusätzlich mit dem Öl gemischt, füttern.
  • Täglich eine Schale mit frischem Wasser. Bitte keine Milch!!! Der Igel hat eine Lactase Unverträglichkeit, sodass Milch eher schädlich ist und zu Durchfall ect. führt. Warum täglich frisch? Da auch unsere Vogelwelt von dem Waser trinkt und auch darin badet, ist die Gefahr von Salmonellen, die übertragen werden könnten gegeben.
  • Einige von uns scheuen sich Futterplätze einzurichten, weil sie Angst haben das Katzen das Futter wegfressen könnten, oder gar Ratten und anderen Ungeziefer angelockt werden könnte. Nehmen Sie eine Kunststoffbox, einen straken Karton oder eine Holzkiste. Schneiden Sie gegenüberliegend, also z.B. vorn links und hinten rechts, einen Eingang von 8cm x 8cm hinein. Beschweren Sie die Box mit einem Stein. So ist das Futter vor Nässe und Eindringlingen geschützt. Ratten sind sehr intelligente Tiere und vermuten das die Box eine Falle sein könnte und gehen deshalb nicht hinein.
  • Wenn Sie irgendwann etwa im August/September kleine Baby´s an der Futterstelle entdecken, können Sie, wenn Sie mögen, zusätzlich eine flache Schale mit abgekühltem Fencheltee mit Honig dazustellen. Ihre Igel Baby´s werden es lieben!
  • Als kleinen Snack können Sie den Igeln auch gern ab und zu mal etwas gewaschene, geschälte und kleingeschnittene Avocado, oder Mozzarella Käse mit in die Schale geben. Das wiederum liebt Klein und Groß!

 

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